Aktuelle Buchtipps

Oktober, 2026

Picus Verlag, 192 S., ©2026

Dominika Meindl: Mehr Himmel als gut für uns ist

Ich liebe die Berge, die Wälder und das Salzkammergut. Deshalb hat mich das Buch sofort angesprochen. 

Dominika Meindl lebt und arbeitet in Linz, Wilhering und Wels. 2024 erschien ihr erster Roman „Selbe Stadt, anderer Planet“, in dem sie den Overtourismus in Hallstatt thematisiert. In ihrem neuen Roman widmet sie sich den Schattenseiten des Tourismus im Himalaya. Arthur liebt die Berge - und wenn der Berg ruft, folgt man. Kaum hat er das Tote Gebirge knapp überlebt, wartet schon das nächste Abenteuer: der Mount Everest. Meindl zeigt grandiose Natur und die Folgen des Overtourismus: überfüllte Basislager, Plastikzelte und Müll. Tausende Bergsteiger müssen mit Wasser und Nahrung versorgt werden und sich an die extreme Höhe gewöhnen. Sherpas tragen große Risiken. Zwar sichert ihnen der Bergtourismus ein Einkommen, doch ausbeuterische Strukturen und zahlungskräftige Kundschaft bringen sie immer wieder in Lebensgefahr. 

Meindl verbindet mit Witz und pointiertem Humor Abenteuer, Liebesgeschichte und Gesellschaftskritik. Ihr Roman erzählt von der Faszination und Schönheit der Berge, hinterfragt aber zugleich den rücksichtslosen Umgang mit diesen einzigartigen Naturräumen. Unbedingt lesen! 

Dominika Meindl
Picus Verlag, 160 S., ©2025

Daniel Schreiber: Liebe! Ein Aufruf

Bei den Ottensheimer Literaturtagen im Alten Bauhof habe ich den Berliner Autor Daniel Schreiber gehört - und war beeindruckt. 

In seinem Essay beschreibt er Ohnmacht als politisches Grundgefühl unserer Zeit. Die Angst wächst, dass Hass, Menschenverachtung, Autokraten und Rechtsextreme demokratische Errungenschaften und Freiheitsrechte gefährden. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen ins Private zurückziehen. Doch gerade jetzt braucht es Widerstand und gemeinschaftliches Handeln. Inspiriert von der Philosophie entwickelt Daniel Schreiber einen radikalen Gedanken: Liebe als politische Kraft. Gemeint ist nicht Romantik, sondern die Liebe zur Welt. Historische Beispiele wie die US-Bürgerrechtsbewegung, Ghandis Widerstand, die Samtene Revolution in der Tschechoslowakei, die Anti-Apartheid-Bewegung in Südafrika, sowie Friedens- und Frauenbewegungen zeigen, dass gewaltloser Widerstand politischen Wandel bewirken kann. Kann Liebe autoritären Tendenzen entgegenwirken? 

Der Autor liefert dazu einen dringlichen Aufruf: Demokratie braucht Menschen, die einander nicht aufgeben, das Verbindende suchen und politische Gegner nicht zu Feinden erklären. Liebe ist keine Garantie für den Sieg des Guten, aber eine bewusste Entscheidung, dem Hass nicht mit Hass zu begegnen – und für Gemeinsinn, Verbundenheit und eine menschlichere Gesellschaft einzutreten.

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Piper Verlag, 256 S., ©2026

Gisèle Pelicot "Eine Hymne an das Leben"

Mit diesen Worten veränderte Gisèle Pelicot 2024 die Welt. Sie verzichtete im Prozess gegen ihren Ex-Mann und über 50 weitere Täter auf Anonymität – und wurde zur Stimme von Millionen. Ihr Mut löste internationale Debatten aus, brachte Gesetze ins Wanken und gab Betroffenen weltweit neue Kraft.

Die Frau, die die ganze Welt inspiriert

Das Buch von Gisèle Pelicot ist ein beeindruckendes Porträt einer Frau, die das Schweigen überwindet, Gerechtigkeit einfordert und dabei allen Widerständen zum Trotz nie den Glauben an die Liebe verliert.

  • Gisèle Pelicot wurde vom TIME Magazine zur bedeutendsten Frau des Jahres 2024 gewählt.
  • Die Biografie ist kein Gerichtsdokument, sondern ein persönliches Zeugnis über Verrat und Vertrauen und die Kraft, trotzdem weiterzuleben.
  • Für alle, die an Gerechtigkeit glauben – und an die Möglichkeit, nach dem Schlimmsten neu anzufangen.
Gisèle Pelicot